Vin de France & Rebsorten

DIE REBSORTEN
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Rebsortenlexikon : Frankreichs Rebsorten

VERMENTINO
{ Weißwein }

Weißwein

Ursprung
Diese Rebsorte wird schon lange auf Korsika und am provenzalischen Mittelmeerrand angebaut (unter dem Namen Rolle), dürfte jedoch aus Italien stammen. Manche Fachleute vermuten den Ursprung eher in Spanien, wo sie aus der Malvasia-Rebe durch Mutation hervorgegangen sein könnte. Da aber Malvasia mehrere Rebsorten bezeichnet, spricht mehr für die italienische Herkunft.

Aromen
Der Vermentino wirkt verführerisch, weil sich florale Aromen von Weißdorn- oder Lindenblüte mit angenehmen Fruchtnoten von frischer Birne, oft noch mit einem Hauch Zitrone oder Melone verbinden. Auch eine Note von frischem Laub ergänzt häufig das Aromenspektrum.

Der Weintyp
Der Vermentino erbringt hochwertige Weißweine mit Stoff und Tiefe bei intensiver Aromatik und üppig-weichem Mundgefühl. Ihre blassgelbe Farbe ist kristallklar. Diese feinen und ausgewogenen Weine können allerdings bei zu hohen Erträgen etwas säurearm ausfallen.

Anbauzonen
Der Vermentino ist eine typisch mediterrane Sorte und kommt in Frankreich nur in der Nähe des Mittelmeeres vor. Auf Korsika, wo man ihn auch Malvoisie de Corse nennt, ist er am meisten verbreitet, doch findet man ihn auch in der Provence sowie, als Sekundärrebe, in der Ebene des Languedoc. Von 1.050 Hektar im Jahr 1979 ist die Anbaufläche auf 3.100 Hektar (2006) angewachsen. Die Sorte hat inzwischen viele erklärte Liebhaber gefunden.

Reifeverlauf
Der Vermentino ist eine recht späte Sorte, die zum Ausreifen viel Wärme benötigt. Sein Austrieb beginnt neun Tage später als bei der Referenzsorte Chasselas. Als Sorte der zweiten Reifeperiode erreicht der Vermentino seine volle Reife dreieinhalb Wochen nach dem Chasselas.

Wuchseigenschaften
Der Vermentino ist starkwüchsig und ertragsstark. Daher muss man ihn kurz beschneiden. So widersteht er gut den sehr trockenen Bedingungen im Mittelmeerraum. In windigen Zonen braucht er eine stabile Wuchshilfe.

Bodeneigenschaften
Diese südländische Sorte ist gut an die warmen, trockenen und wenig fruchtbaren Standorte des Mittelmeerraums angepasst.

Klimatische Anforderungen
Der Vermentino ist eine späte mediterrane Sorte und an sehr warme und sonnige Bedingungen hervorragend angepasst. Am besten kommt er in unmittelbarer Küstennähe oder auf Inseln zur Geltung, wo die Meeresbrise Temperaturschwankungen leicht ausgleicht – so wie auf Korsika.

Anfälligkeit für Krankheiten
Der Vermentino ist etwas anfällig für Graufäule. Stärker ist die Anfälligkeit für Sauerfäule und für Oidium. Feuchte Standorte sind also ungeeignet.

Einsatz
Der Vermentino wird ausschließlich zur Weinbereitung verwendet.

Merkmale der Rebe
Der Vermentino hat Jungtriebe, die an den Spitzen sehr dicht mit anliegenden Härchen bedeckt sind. Während die jungen Blätter gelb sind, zeigen die ausgewachsenen, kreisförmigen Blätter eine dunkelgrüne Färbung. Sie haben fünf oder sieben Lappen. Die Stielbucht ist nur ein bisschen geöffnet oder leicht von übereinanderliegenden Seitenlappen verdeckt. Die Seitenbuchten sind tief ausgebildet. An den Lappen befinden sich deutlich ausgeschnittene Zähne, die im Verhältnis zu ihrer Breite an der Basis lang sind, mit geraden Seiten. Eine schwache rötliche Pigmentierung zeigt sich an den Blattadern. Die unebene, leicht waffelförmig und blasig strukturierte Blattspreite ist an der Unterseite mitteldicht mit anliegenden Härchen und schwach mit stehenden Härchen bewachsen. Trauben wie Beeren sind beim Vermentino groß, Letztere sind leicht oval geformt.

Klone
Die 14 zugelassenen Klone des Vermentino (Vermentino B) haben die Nummern 639, 640, 766, 795, 856, 876, 912, 913, 914, 915, 963, 964, 1081 und 1082. Rund 50 Klone befinden sich in einem botanischen Konservatorium, das 2005 auf Korsika eingerichtet wurde.

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