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Rebsortenlexikon : Frankreichs Rebsorten

UGNI BLANC
{ Weißwein }

Weißwein

Ursprung
Diese Rebsorte stammt aus Italien, und zwar aus der Toskana, wo sie Trebbiano Toscano heißt. Allerdings sind die Anbauflächen in Frankreich viel größer.

Aromen
Der Ugni Blanc weist eine vor allem fruchtbetonte Aromatik auf, in der Noten von Zitrusfrüchten wie Zitrone sowie Quitte eine Rolle spielen. Auch balsamische Noten von Pinienharz lassen sich wahrnehmen, besonders in Weinen, die in der französischen Küstenzone des Mittelmeeres entstanden sind.

Der Weintyp
Der Ugni Blanc ergibt in den kühleren Regionen lebhafte bis rassige Weißweine mit einer eher verhaltenen Aromatik. In den wärmeren Zonen des südlichen Aquitaniens oder des Mittelmeerraumes entstehen etwas körperreichere und duftigere Weine mit abgerundetem, frischem Mundgefühl. In den Anbaugebieten zwischen Angoulême und La Rochelle ist der Ugni Blanc die Hauptsorte zur Erzeugung hochwertiger Weinbrände.

Anbauzonen
Dank seiner enormen Anpassungsfähigkeit hat der Ugni Blanc ein großes Verbreitungsgebiet. In Frankreich wird er hauptsächlich zwischen Angoulême und La Rochelle angebaut, kommt aber auch in Aquitanien westlich von Auch vor, wo man aus ihm trockene Weißweine keltert. Er ist die Königssorte der Weinbrandproduktion. Im Mittelmeerraum, im Südosten und auch in der Ebene des Languedoc sowie auf Korsika wird er, zum Teil in geringeren Maßen, angebaut. 1980 waren noch 130.000 Hektar mit ihm bestockt, doch sind die Flächen im Zuge der Restrukturierung der Weinberge im Cognac- und Armagnac-Gebiet zurückgegangen. Da aber heute auch trockene Stillweine aus ihm gekeltert werden, haben sich die Anteile stabilisiert und lagen 2006 bei 83.000 Hektar.

Reifeverlauf
Der Ugni Blanc ist eine späte Sorte, die kalte Winter fürchtet. Der Austrieb beginnt neun Tage nach dem des Chasselas, der Referenzsorte. Die volle Reife wird erst vier bis viereinhalb Wochen später als bei diesem erreicht. Der Ugni Blanc gehört damit zur zweiten Reifeperiode.

Wuchseigenschaften
Die sehr wachstums- und ertragsstarke Sorte muss streng zurückgeschnitten werden, um niedrige Erträge und damit gute Qualitäten zu liefern. Sie passt sich den verschiedenen Beschnitt- und Erziehungsformen hervorragend an. Generell sollte ein Spalier oder Pfähle als Wuchshilfe zur Verfügung stehen, da der Ugni Blanc starkem Wind nicht gut standhalten kann.

Bodeneigenschaften
Der Ugni Blanc stellt in Bezug auf den Boden keine großen Ansprüche. Es gibt kein Terroir, das besonders geeignet wäre. Wie viele Rebsorten fühlt er sich auf kalkhaltigen Böden wohl, wie es sie beispielsweise in Aquitanien oder in der Provence gibt.

Klimatische Anforderungen
Der Ugni Blanc ist als südländische Rebsorte gut an heiße und sonnige Standorte angepasst. In Frankreich bildet die Charente die nördliche Grenze seines Verbreitungsgebiets. Er erbringt dort säurefrischere, leichtere Weine als in anderen Regionen. Die Reifung ist im südlichen Aquitanien und im Mittelmeerraum natürlich zuverlässiger.

Anfälligkeit für Krankheiten
Ugni Blanc erkrankt leicht an Falschem Mehltau (Peronospora) und Eutypiose, die den Stamm befällt. Wurzelechte Stöcke auf sandigen Böden werden auch schnell von einer Wurmart (Meloidogyne) befallen. Die Graufäule auf den Trauben sowie die Excoriose (Schwarzfleckenkrankheit) werden ihm seltener gefährlich.

Einsatz
Der Ugni Blanc wird ausschließlich zur Wein- und Weinbrandbereitung (Destillation) verwendet.

Merkmale der Rebe
Den Ugni Blanc erkennt man am besten an den Trauben: Sie sind sehr lang gestreckt, wie ein Fuchsschwanz, und an ihren Enden manchmal abgeflacht. Daran hängen rundlich geformte Beeren, die bei Überreife in der Schale eine rosa Färbung annehmen können. Während die Trauben sehr groß sind, sind die Beeren klein bis mittelgroß. Die Jungtriebe sind an den Spitzen sehr dicht mit anliegenden Härchen bewachsen. Ausgewachsene Triebe sind an den Blattachseln fast glatt oder abgeflacht. Die jungen Blätter haben eine gelbe Färbung, während die ausgewachsenen Blätter uneinheitlich hellgrün und groß sind. Sie sind ganz mit drei oder fünf Lappen und haben eine nur leicht geöffnete Stielbucht, an deren Seiten die Lappen übereinander liegen. Die Blattspreite ist uneben, an den Rändern eingerollt, leicht waffelförmig und blasig strukturiert. An den Lappen befinden sich mittelgroße bis lange Zähne mit geraden oder konvex gewölbten Seiten. Die Blattadern haben keine rote Pigmentierung. Die Unterseite des Blattes ist mittelstark mit anliegenden Härchen bedeckt.

Klone
Die elf zugelassenen Klone des Ugni Blanc (Ugni Blanc B) tragen die Nummern 384, 478, 479, 480, 481, 482, 483, 484, 485, 486 und 638. Im Cognac-Gebiet wird gerade ein botanisches Konservatorium für diese Sorte eingerichtet. 2006 wurden bereits über 400 Klone gepflanzt.

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