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DIE REBSORTEN
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Rebsortenlexikon : Frankreichs Rebsorten

SYRAH
{ Rotwein } { Rosé }

Rotwein Rosé

Ursprung
Diese Rebsorte stammt aus dem mittleren Rhônetal. Ihre Heimat liegt zwischen Valence, Lyon und der Dauphiné. Genetischen Analysen zufolge ist sie aus der Kreuzung der Mondeuse Blanche aus Savoyen mit dem Dureza Noir entstanden, einer alten Rebsorte aus dem Ardèche-Vorland des Zentralmassivs. Sie stammt also nicht aus der Gegend um die Stadt Shiraz im heutigen Iran, deren Namen sie in Australien und anderen Überseeländern trägt.

Aromen
Die typischen Sortenaromen des Syrah sind bekanntlich Veilchen, Brombeere, Heidelbeere und Cassis. Aber auch andere aromatische Komponenten sind zu erkennen, wie schwarze Olivenpaste, rauchige und pfeffrige Noten sowie schöne Nuancen von Torf und Graphit. Mit zunehmender Reife entwickeln Syrah-Weine auch animalische Noten sowie Töne von Leder und Trüffel.

Der Weintyp
Der Syrah bringt alkoholstarke, durch ihr Tanningerüst lagerfähige Rotweine mit moderater Säure hervor. Sie sind oft von hoher Qualität. Ihre Farbe ist meist intensiv, dicht und dunkel mit bläulichen Reflexen. Charakteristisch sind ihre komplexen Aromen sowie die präsenten, aber feinen und seidigen Tannine. Der Syrah hat ein hohes Reifepotenzial und profitiert vom Ausbau im Eichenholz, der die Tannine noch mehr verfeinert und die Vielschichtigkeit der Aromen erhöht. Auch sehr spannende, fruchtige Roséweine werden aus Syrah gekeltert.

Anbauzonen
Der Syrah ist sehr anpassungsfähig. Man findet ihn jedoch meist in heißen und relativ trockenen Gebieten, nicht im ozeanisch-kühlen Nord- und Südwesten Frankreichs. Im gesamten Rhônetal, im Mittelmeerraum zwischen Perpignan und Nizza sowie auf Korsika wird er angebaut, in kleinerem Umfang auch in Südwestfrankreich bei Toulouse, wo sich kontinentale Klimaeinflüsse bemerkbar machen. In Frankreich hat ein wahrer Syrah-Boom stattgefunden: Von 1.600 Hektar im Jahr 1958 hat die Rebfläche auf über 67.500 Hektar (2006) zugenommen. Frankreich ist der bei weitem größte Syrah-Produzent der Welt.

Reifeverlauf
Der Syrah ist eine späte Rebsorte. Sein Austrieb setzt sieben Tage nach dem der Referenzsorte Chasselas ein. Die volle Reife wird zweieinhalb Wochen später als bei dieser erreicht. Er gehört damit zu den Sorten der zweiten Reifeperiode.

Wuchseigenschaften
Der Syrah ist nicht sehr ertragsstark, aber äußerst wuchskräftig. Seine höchsten Erträge liegen bei unter 40 Hektoliter pro Hektar; mehr lässt sich in den mediterranen Regionen mit ihren kargen, wenig fruchtbaren Böden kaum erreichen. Die sehr langen und windempfindlichen Triebe machen die Wahl windgeschützter Standorte ratsam, besonders im französischen Mittelmeergebiet, wo es im Frühjahr oft starke Winde gibt. Bei langem Kordonbeschnitt sollte man ihm ein stabiles Spalier oder Pfähle als Wuchshilfe geben. Meist ist eine niedrige Gobeleterziehung mit kurzem Beschnitt ausreichend, besonders in südlichen Regionen. Die optimale Erntezeit ist sehr kurz.

Bodeneigenschaften
Der Syrah ist anfällig für Chlorose, deshalb verträgt er sehr kalkhaltige Böden nicht gut. Wird er dennoch auf einen solchen Untergrund gepflanzt, sollte er auf keinen Fall auf die Unterlage 110 R gepfropft werden. Felsige, steinreiche Böden von geringer Tiefe und mit guter Entwässerung liegen ihm viel mehr. Granit- oder Schieferformationen, die Lehmanteile enthalten und daher sauer sind, eignen sich vorzüglich für den Syrah. Diese Böden verleihen ihm eine mineralische Note, die von den Liebhabern sehr geschätzt wird. Offenbar sind Syrah-Weine von schieferreichem Terroir fester und tanninreicher strukturiert und sehr alterungsfähig, während Sand- und Granitverwitterungsböden etwas feingliedrigere, duftigere Tropfen hervorbringen.

Klimatische Anforderungen
Die Rebsorte reift schnell, was sich in der recht kurzen Phase zwischen Reifebeginn (beginnender Färbung) der Trauben und Vollreife ausdrückt. Ein Klima, das diese wichtige Phase durch kühle Nächte im Spätsommer verlängert, ist folglich der Qualität förderlich. Die Trauben haben dann eine höhere Konzentration und bringen hochwertigere Weine hervor. Generell fühlt sich der Syrah am wohlsten in einem Klima, das durch warme, sonnenreiche Sommer und kontinental geprägt ist, wie man es in einiger Entfernung vom Mittelmeer findet.

Anfälligkeit für Krankheiten
Der Syrah reagiert empfindlich auf Spinnmilben und Graufäule, besonders gegen Ende der Reifephase. Der Rebstock kann verkümmern, was sich in einer Rotverfärbung der Blätter und Rissen an den Pfropfstellen ausdrückt und schließlich das Absterben der Pflanze zur Folge haben kann. Die Ursachen sind noch nicht bekannt, und es gibt auch noch keine Behandlungsmöglichkeit, da man bislang keinen Krankheitserreger isolieren konnte. Die diversen Klone des Syrah reagieren diesbezüglich sehr unterschiedlich.

Einsatz
Der Syrah wird ausschließlich zur Weinbereitung verwendet.

Merkmale der Rebe
Den Syrah erkennt man an den stark behaarten Spitzen der Jungtriebe, wobei die Härchen anliegen, sowie an den jungen, grünen Blättern. Die einjährigen Triebe sind gerippt und haben zwischen den Blattachseln lange, grün gefärbte Glieder. Ausgewachsene Blätter sind fünflappig und haben eine offene Stielbucht, deren Ränder von den Blattadern, die vom Stielansatz ausgehen, begrenzt werden. Am Syrah-Blatt sind die Seitenbuchten offen und weisen kurze bis mittellange Zähne mit konvex geformten Seiten auf. Die Blattadern sind nicht pigmentiert. Gelegentlich ist die Blattspreite waffelförmig strukturiert. Die Blattunterseite ist schwach mit liegenden Härchen bewachsen. Syrah-Beeren sind klein und oval geformt, Syrah-Trauben sind klein bis mittelgroß.

Klone
Zugelassen für den Syrah (offizielle Bezeichnung Syrah N) sind 16 Klone mit den Nummern 73, 99, 100, 174, 300, 301, 381, 382, 383, 470, 471, 524, 525, 585, 747 und 877. Eine Sammlung von über 600 Klonen befindet sich in einem 1995 im Departement Drôme errichteten botanischen Konservatorium. An der Rhône gibt es seit 2002 ein weiteres Konservatorium mit 50 Klonen.

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