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Rebsortenlexikon : Frankreichs Rebsorten

PINOT NOIR
{ Rotwein }

Rotwein

Ursprung
Der Pinot Noir (Spätburgunder) ist ein echter Burgunder und gehört zu den edelsten Reben Frankreichs. Auch in anderen kühlen Klimagebieten der Welt wird er inzwischen angebaut. Von ihm stammt ein gutes Dutzend Rebsorten ab, wie der Chardonnay, der Gamay oder der Aligoté.

Aromen
Die Leitaromen des Pinot Noir gehören zur Familie der Kirsche: rote Süßkirsche, Schwarzkirsche, Sauer- oder Weichselkirsche (Griotte) und sogar Kirschwasser. Mit zunehmender Reife treten oft Noten von eingelegten Pflaumen, Wild, Leder und Unterholz hinzu.

Der Weintyp
Unter günstigen Bedingungen erbringt der Pinot Noir Weine von hochwertiger Qualität und mit einem großen Lagerpotenzial. In ihnen verbinden sich Kraft, Finesse sowie aromatische Intensität und Komplexität. Die Sorte kann viel Zucker bilden und hat eine moderate Säure, die bei Überreife manchmal etwas zurücktritt. In der Regel ist die Farbe der Weine nicht sehr intensiv, bleibt aber lange erhalten. Auch als Grundwein für weiße oder roséfarbene Schaumweine wird der Pinot Noir oft eingesetzt.

Anbauzonen
Der Pinot Noir wird im Nordosten Frankreichs angebaut, vor allem zwischen Lyon und Dijon. An der Loire ist er ebenfalls zu Hause, in geringerem Umfang auch in südlichen Regionen wie in der Aude oder im Hérault. Dort wächst er an kühleren, höher gelegenen Standorten.

Reifeverlauf
Der Pinot Noir ist bei Austrieb und Reife eine frühe Sorte. Der Austrieb beginnt zwei Tage nach dem des Chasselas, der Referenzsorte, die Reife ist eine halbe bis eine Woche später als bei diesem erreicht. Er gehört somit zu den Sorten der ersten Reifeperiode.

Wuchseigenschaften
Der Pinot Noir ist starkwüchsig, aber nicht sehr ertragreich. Er gilt als kapriziöse Diva und fürchtet Frühjahrsfröste. In der Regel wächst er an Pfählen oder Spalieren. Seinen vollen Ausdruck findet er bei schwachem bis mittlerem Wachstum und begrenzten Erträgen. Man muss sorgfältig unerwünschte Augen entfernen, weil sich sonst viele Geiztrauben bilden.

Bodeneigenschaften
Auf Kalk-Lehm-Böden mit hohem Kalkanteil erbringt der Pinot Noir seine besten Qualitäten. Ein lehmreicher Bodentyp namens Montmorillonit (nach einer Stadt im Poitou) ist besonders gut geeignet, weil er eine hohe Kationenaustauschkapazität hat (Kationen sind positiv geladene Ionen). Der Lehm oder Ton verleiht den Pinot-Noir-Weinen mehr Tiefe.

Klimatische Anforderungen
Als kontinentale und relativ früh reifende Sorte verträgt der Pinot Noir die manchmal strengen Kälteperioden im Osten Frankreichs gut. Nach Frühjahrsfrösten sind die zweiten Triebe relativ ertragsstark. An trockenen, sonnigen Standorten erreicht er eine ausgezeichnete und vollständige Reife, die sich in eleganten und gut strukturierten Weinen ausdrückt. Bei feuchtem oder kühlem Wetter während der Blüte ist die Verrieselungsgefahr hoch, und auch während der Reife ist der Pinot Noir nicht einfach. Zu starke Hitze beschleunigt die Reifung und macht die Weine unausgewogen. Am besten reift er langsam in einem eher kühlen Klima und zeigt dann die besten Ergebnisse.

Anfälligkeit für Krankheiten
Der Pinot Noir ist sehr empfindlich gegen fast alle häufigen Krankheiten, insbesondere Falschen Mehltau, Roten Brenner, Graufäule (auf Trauben und Blättern) sowie den Befall mit Bläulingszikaden.

Einsatz
Der Pinot Noir wird ausschließlich zur Weinbereitung verwendet.

Merkmale der Rebe
Den Pinot Noir kann man anhand der ausgewachsenen Triebe identifizieren, die zwischen den Blattachseln rot gestreift sind. Die jungen Blätter sind grün oder gelb und die Spitzen der Jungtriebe weisen eine mittelstarke bis starke Behaarung mit anliegenden Härchen auf. Dagegen sind die ausgewachsenen Blätter von (manchmal tief-)dunkelgrüner Farbe und sind entweder ungelappt, drei- oder fünflappig. Die Stielbucht ist kaum geöffnet oder ganz geschlossen. In Form eines Hahnenkamms stoßen die Lappen an ihren Seiten aufeinander. An der unebenen und stark blasigen Blattspreite befinden sich kurze Zähne. Liegende Härchen bilden an der Unterseite eine nicht sehr dichte Behaarung. Die Beeren des Pinot Noir sind rundlich bis leicht oval geformt, die Trauben klein bis sehr klein, kompakt und oft ohne Flügel.

Klone
Die 43 zugelassenen Klone des Pinot Noir (Pinot Noir N) tragen die Nummern 111, 112, 113, 114, 115, 162, 163, 164, 165, 236, 292, 372, 373, 374, 375, 386, 388, 389, 459, 460, 461, 462, 521, 528, 583, 617, 665, 666, 667, 668, 743, 777, 778, 779, 780, 792, 828, 829, 870, 871, 872, 927 und 943. In Burgund (Departements Côte d'Or und Saône-et-Loire) sowie in der Champagne wurden zwischen 1971 und 1995 botanische Konservatorien eingerichtet, in denen sich mittlerweile an die 800 Klone befinden.

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