Vin de France & Rebsorten

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Rebsortenlexikon : Frankreichs Rebsorten

MUSCAT
{ Weißwein }

Weißwein

Ursprung
Die Ampelographen sind sich darüber einig, dass der kleinbeerige Muscat (Muscat Blanc à petits grains) aus Griechenland stammt, von wo er in der Antike den gesamten Mittelmeerraum erobert hat. Die Phönizier brachten ihn einst über Marseille ins heutige Frankreich. Die Sorte hat mehrere Varianten wie den Muscat d'Alexandrie und den Muscat Ottonel und ist genetisch recht variabel.

Aromen
Die duftige, traubige Aromatik des Muscat ist sehr ausgeprägt; er ist eine Bukettsorte. Zu seinen typischen Aromen gehören Muskat, eine etwas wilde Note von Rosenholz und Rosenblüte, auch Litschi. Hinzu kommen fruchtige Noten wie Grapefruit, frisch gepresste Orange, exotische Früchte, außerdem weitere florale Noten von Jasminblüte, Zitronengras und Eisenkraut.

Der Weintyp
Der kleinbeerige Muscat wird für die Erzeugung von trockenen Weißweinen, Vins Doux Naturels (Süßweinen) und Schaumweinen eingesetzt. Auch als Cuvée-Partner ist er geeignet, um geschmacklich eher neutralen Sorten etwas mehr Aroma zu verleihen, wenn auch nur in geringem Maße. Bei reduzierten Erträgen kann der Muscat à petits grains viel Zucker bilden, der von der Säure gut abgepuffert wird. Die Weine sind dann intensiv aromatisch, kraftvoll und zugleich sehr delikat.

Anbauzonen
Als mediterrane Sorte par excellence hat sich der Muscat an verschiedene Standorte angepasst, wenn sie nur heiß und sonnenreich genug sind. In Frankreich gehört er an den Mittelmeergürtel. In geringerem Maße findet man ihn auch an den Ausläufern der elsässischen Vogesen, wo er allerdings mehr und mehr durch den Muscat Ottonel zur Erzeugung trockener Weißweine ersetzt wird. Obwohl der trocken-aromatische Muscat Blanc à petits grains nicht gerade ein Modewein ist, sind seine exotischen Aromen sehr verführerisch. Seine Fläche wächst beständig und hat sich von 3.000 Hektar im Jahr 1968 inzwischen auf 7.300 Hektar vergrößert (2006).

Reifeverlauf
Der Muscat Blanc à petits grains treibt früh aus, gleichzeitig mit der Referenzsorte Chasselas. Den Reifepunkt erreicht er allerdings zwei Wochen später als diese und gehört damit zur Gruppe der zweiten Reifeperiode.

Wuchseigenschaften
Die Wuchskraft dieser Sorte ist mittelstark, und der Muscat muss, um die sortentypischen Aromen voll zum Ausdruck zu bringen, ausreichend Zucker bilden können. Ertragsbeschränkung ist also notwendig. Die Triebe des Muscat Blanc à petits grains wachsen nach oben oder schräg aufwärts; der Beschnitt sollte kurz sein. Im Anbau ist der Muscat nicht ganz einfach, da seine Erträge schwanken können und bei zu hohen Erträgen die Säurewerte zu niedrig liegen. Als Jungweine sind die Muscat-Weine delikat und duftig und haben geradezu explosive Aromen. Aufgrund ihrer moderaten Säure ist das Reifepotenzial begrenzt, da sie relativ bald an Lebendigkeit und Spiel verlieren.

Bodeneigenschaften
Besonders wohl fühlt sich der Muscat Blanc à petits grains auf kalkreichen Böden, kann sich aber auch an lehmhaltigere gut anpassen.

Klimatische Anforderungen
Wie alle Muscat-Sorten braucht auch der Muscat Blanc à petits grains viel Sonne und Wärme, da seine Vegetationsperiode lang ist und die Reifung langsam erfolgt. Feuchtigkeit ist wegen seiner Anfälligkeit für Krankheiten ungünstig. Allerdings liegt ihm starke Trockenheit weniger als dem Muscat d'Alexandrie. Deshalb fühlt er sich in den vergleichsweise kühlen Mittelmeergegenden Frankreichs besonders wohl.

Anfälligkeit für Krankheiten
Der Muscat Blanc à petits grains ist anfällig für Oidium, Graufäule und den Befall durch Hautflügler und Spinnmilben.

Einsatz
Der Muscat wird als Kelter- und Tafeltraube verwendet. In der Weinbereitung findet man ihn auch bei den Vins Doux Naturels (alkoholverstärkte Süßweine) und im Schaumweinbereich. Außerdem spielt er eine kleine Rolle in der Schnapsproduktion. Botrytisweine werden aus ihm nicht hergestellt, da dieser Pilz (Botrytis cinerea) die sortentypische Aromatik zerstört.

Merkmale der Rebe
Ein Erkennungsmerkmal sind die dicht mit anliegenden Härchen bewachsenen Spitzen der Jungtriebe. Im jugendlichen Stadium sind die Blätter stark bronzefarben getönt; die Jahrestriebe haben lange Ranken. Sobald sie ausgewachsen sind, sind die Blätter dunkelgrün, kreisförmig und drei- oder fünflappig. Die Stielbucht bildet ein halboffenes oder geschlossenes V. Am Blatt sind mittelgroße bis große Zähne mit geraden Seiten zu sehen; verglichen mit der Breite an ihrer Basis sind sie mittellang. Die Blattadern sind farblos. Während die Blattspreite blasig und zwischen den Hauptadern nahe dem Stielansatz häufig gewellt ist, weist die Unterseite eine schwache Behaarung auf, wobei die Härchen teils anliegen und teils aufrecht stehen. Die Trauben des Muscat Blanc à petits grains sind klein, die Beeren, anders als der Name vermuten lässt, mittelgroß.

Klone
Die 13 zugelassenen Klone des Muscat Blanc à petits grains (offiziell als Muscat à Petits Grains Blancs B bezeichnet) haben die Nummern 154, 155, 156, 157, 452, 453, 454, 455, 576, 577, 578, 579 und 826. Ein botanisches Konservatorium mit 110 Klonen existiert seit 1995 in der Aude. 2007 wurde nach Forschungsarbeiten ein weiteres mit rund 100 Klonen in Die (Drôme) eingerichtet.

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