Vin de France & Rebsorten

DIE REBSORTEN
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Rebsortenlexikon : Frankreichs Rebsorten

MOURVÈDRE
{ Rotwein } { Rosé }

Rotwein Rosé

Ursprung
Der Mourvèdre stammt aus Spanien (Katalonien), von wo er im Mittelalter in den französischen Süden eingewandert ist. Dort findet er ähnliche Wachstumsbedingungen.

Aromen
Die jungen Mourvèdre-Weine haben ausgeprägte Pfefferaromen und Noten von schwarzen Beeren (Cassis, Brombeere) mit pflanzlichen Nuancen von Garrigue oder Lorbeer. Meist entfalten sich die Aromen des Mourvèdre erst nach einigen Jahren Lagerung, wenn sich auch seine Struktur abgerundet hat. Dann kommen vielschichtige Noten von Trüffeln, Leder und eingelegten Früchten wie Backpflaume, Brombeere und Heidelbeere hinzu, auch animalische und würzige Noten treten auf.

Der Weintyp
Der Mourvèdre erbringt farbstarke Weine von hoher Qualität. Sie sind aromatisch, tanninreich und strukturiert, können lange reifen und eignen sich auch für den Ausbau im Holz. Voraussetzung dafür ist, dass die Trauben optimal ausgereift waren (mindestens 12 Volumenprozent Alkoholgehalt) und der Rebstock nicht zu viel Ertrag bringen musste. Die füllig-saftigen Weine haben Finesse und gewinnen besonders nach mehreren Jahren Reife (im Schnitt nach fünf Jahren) an Komplexität.

Anbauzonen
Der Mourvèdre ist eine ausgesprochen mediterrane Sorte und wird nur in den Küstenregionen am Mittelmeer angebaut, von Perpignan bis Fréjus. Sonne und Wärme sind wichtig, besonders während der Reifephase. In größerer Entfernung von der Küste gelingt in kühleren Jahren die Reife nicht mehr so leicht. Der Mourvèdre ist ein beliebter Cuvée-Partner zur Verbesserung von Weinen, deshalb konnte er seine Flächenanteile seit 1970, als die französischen Weinregionen nach und nach restrukturiert wurden, ausdehnen, etwa im Languedoc-Roussillon. 2006 waren 9.200 Hektar im Ertrag gegenüber 860 Hektar im Jahr 1968.

Reifeverlauf
Der Mourvèdre ist in jeder Hinsicht eine späte Sorte. Der Austrieb beginnt 13 Tage nach dem der Referenzsorte Chasselas, die Reife erreicht er erst viereinhalb Wochen nach dieser. Damit gehört er zu den Sorten der dritten Reifeperiode.

Wuchseigenschaften
Der Mourvèdre ist recht starkwüchsig, stellt aber an sein Terroir und an den Winzer hohe Anforderungen. Seine Triebe wachsen nach oben, wobei die höchsten am längsten werden. Deshalb muss man ihn kurz zurückschneiden, am besten im Kordonschnitt mit einem niedrigen Spalier oder in offener Gobeleterziehung. Da der Mourvèdre verhältnismäßig wenig Laub bildet und dieses nicht sehr stark das Wachstum beeinflusst, sollte man im Sommer Laubschnitt vermeiden. Auch Geiztrauben, die sich häufig bilden und den richtigen Trauben die Nährstoffe wegnehmen, müssen entfernt werden. Der Ertrag pro Stock muss ziemlich niedrig liegen, um die Pflanze nicht zu erschöpfen. Die Rebsorte neigt mehr als andere zu schwankenden Erträgen je nach Jahrgang – Mourvèdre ist eine Diva.

Bodeneigenschaften
Auch in Sachen Boden ist der Mourvèdre anspruchsvoll. Er braucht ausreichend tiefgründige, kalk- und lehmreiche Böden mit begrenzter, aber regelmäßiger Wasserversorgung, damit er genügend Frische erhält. Die Kalium- und Magnesiumzufuhr muss ausgewogen sein, denn Mangel an diesen Elementen macht sich beim Mourvèdre im Stoffwechsel und in der Produktivität bemerkbar.

Klimatische Anforderungen
Am wichtigsten sind bei dieser Sorte mit langem Vegetationszyklus die Wetterverhältnisse während der Reife. Es muss warm genug sein und nachts darf es nicht unter eine bestimmte Temperatur abkühlen. So reifen die Trauben gut aus und bilden ausreichend Zucker in den Beeren. Die Sorte eignet sich folglich für den Anbau in den heißeren Regionen des Mittelmeerraumes an gut exponierten Standorten in Küstennähe.

Anfälligkeit für Krankheiten
Der Mourvèdre N ist anfällig für Spinnmilben- und Bläulingszikadenbefall sowie für die bakterielle Esca-Erkrankung. Gegenüber der Graufäule und der Holzkrankheit Excoriose besteht hingegen eine gute Resistenz.

Einsatz
Der Mourvèdre wird ausschließlich zur Weinbereitung verwendet.

Merkmale der Rebe
Den Mourvèdre erkennt man an den Trieben, die aufrecht wachsen und zwischen den Blattachseln rot gefärbt sind. Im ausgewachsenen Zustand sind die Blätter kreisförmig und entweder ungelappt oder dreilappig. Die lyraförmige Stielbucht ist offen. Im Verhältnis zur Breite an ihrer Basis sind die Zähne mittelgroß, außerdem sind sie dick und haben gerade Seiten. Eine mittelstarke rötliche Pigmentierung (Anthocyane) findet sich bei den Blattadern. Die Blattspreite ist eben und an der Unterseite sehr dicht wollig behaart. Der Mourvèdre hat mittelgroße bis große Trauben und rundlich geformte, mittelgroße Beeren.

Klone
Die 13 zugelassenen Klone des Mourvèdre (Mourvèdre N) tragen die Nummern 233, 234, 244, 245, 247, 248, 249, 369, 448, 449, 450, 520 und 1069. In Bandol (Var) wurde 2004 ein botanisches Konservatorium mit über 100 Klonen eingerichtet.

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