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Rebsortenlexikon : Frankreichs Rebsorten

GRENACHE (NOIR)
{ Rosé } { Rotwein }

Rosé Rotwein

Ursprung
Der Grenache Noir stammt aus Spanien (Garnacha Tinta), und zwar aus der Provinz Aragón. Wie der Grenache Blanc hat er sich im Mittelalter im Zuge der Ausweitung des aragonesischen Königreichs ins Roussillon, in die Provence und nach Sardinien im gesamten Mittelmeerraum Frankreichs ausgebreitet. Er ist hier die bedeutendste und stilprägende Rotweinsorte.

Aromen
Das Leitaroma des Grenache Noir ist die schwarze Süßkirsche. Man findet aber neben dieser saftigen Aromatik auch Noten von getrockneter Feige, Tabak, Mokka und weißem Pfeffer. Lakritze, schwarze Olive und Noten von Garrigue, der typischen Vegetation des Südens, ergänzen das breite Aromenspektrum, das bei niedrigen Erträgen besonders vielschichtig ausfällt.

Der Weintyp
Der Grenache Noir kann sehr hohe Zuckerwerte erreichen. Seine Farbkraft geht bei steigendem Ertrag jedoch deutlich zurück, deshalb ist Ertragsbeschränkung auf jeden Fall angebracht. Die Säure ist moderat, doch haben die Weine gute, weiche Fülle. Sie sind vollmundig und kräftig und weisen abgerundete, gut eingebundene Tannine auf. Das durch den Zuckergehalt hohe Alkoholpotenzial macht den Grenache Noir auch für die Erzeugung von Süßweinen (Vins Doux Naturels) geeignet. Dafür muss er auf einem guten Terroir bei optimal eingestellten Erträgen reifen und dabei viel Farbstoffe bilden.

Anbauzonen
Die mediterrane Sorte Grenache Noir wird in Frankreich im Mittelmeerraum von Perpignan bis Nizza sowie auf Korsika angebaut. Außerhalb der mediterranen Klimazone erreicht er kaum seine volle Reife. Der Flächenanteil ist in letzter Zeit kontinuierlich gewachsen (99.000 Hektar im Jahr 2006 gegenüber 92.000 Hektar im Jahr 1998), 1958 lag er nur bei 25.000 Hektar.

Reifeverlauf
Der Grenache Noir ist eine relativ frühe Sorte und treibt knapp sechs Tage nach der Referenzsorte Chasselas aus. Allerdings braucht er deutlich länger zum Ausreifen. Seine Reife erreicht er erst vier Wochen nach dem Chasselas und gehört damit zu den spät reifenden Sorten der vierten Periode.

Wuchseigenschaften
Der Grenache Noir ist für seine wuchsstarken, gewundenen Rebstämme bekannt. Die Ruten wachsen nach oben und halten den im Mittelmeerraum typischen starken Winden Mistral und Tramontane gut stand. Meist wird er kurz in Gobelet- oder Kordonerziehung beschnitten. Bei niedrigen Erträgen, wie sie im südlichen Raum wegen der Trockenheit und der kargen Böden leicht zu erreichen sind, ergibt der Grenache Noir beste Qualitäten. Er bildet sehr viel Zucker, doch seine Farbwerte sinken bei zu hohen Erträgen. Die Säurewerte sind meist niedrig. Durch sein hohes Alkoholpotenzial lassen sich aus Grenache Noir auch sehr gute Vins Doux Naturels (Süßweine) erzeugen, vorausgesetzt, die Trauben reiften auf einem guten Terroir bei niedrigen Erträgen, sodass sie genug Farbstoffe bilden konnten.

Bodeneigenschaften
Der Grenache Noir gedeiht hervorragend auf leicht sauren, kies- und schotterhaltigen Böden, die gut durchwärmt und wärmespeichernd sind. Das begünstigt seine lange Reifeperiode. Kalkböden und basische Böden eignen sich weniger für diese Sorte.

Klimatische Anforderungen
Die lange Reifeperiode erfordert ein mediterranes Klima mit langen Wärmezeiten und genügend Wärme gegen Ende der Reifephase. Ein kontinental oder ozeanisch geprägtes Klima würde die Reifung erschweren. Daher findet man den Grenache Noir in Frankreich nur im Mittelmeerraum, wo er zudem ständig dem Wind ausgesetzt ist, was vor der Graufäule schützt, für die diese Sorte anfällig ist.

Anfälligkeit für Krankheiten
Falscher Mehltau (Peronospora) und Schwarzfleckenkrankheit, auch bakterielle Infektionen, Graufäule und der Sauerwurm sind Feinde des Grenache Noir. Milbenbefall macht ihm dagegen weniger aus. Wenn er nicht aufgepfropft ist, hat er eine gute Resistenz gegen Befall durch Meloidogyne Arenaria (einen Fadenwurm, der die Wurzeln befällt und Gallen bildet), wie er in den sandigen Böden der Camargue vorkommt.

Einsatz
Der Grenache Noir wird ausschließlich zur Weinbereitung verwendet.

Merkmale der Rebe
Im jugendlichen Stadium sind die Blätter des Grenache Noir von leuchtend grüner Farbe, und die jungen Triebe zeigen eine Gelbfärbung. Zwischen den Blattachseln sind die Triebe grün und an ihren Spitzen schwach mit anliegenden Härchen bedeckt. Wenn sie ausgewachsen sind, weisen die Blätter Zähne mit geraden Seiten auf. Stiel und Blattadern haben keine Farbpigmente (Anthocyane). Die Oberfläche der Blattspreite ist glatt, die Unterseite ist entweder gar nicht behaart oder nur schwach mit anliegenden und aufrechten Härchen bedeckt. Der Grenache Noir bildet mittelgroße bis große Trauben mit mittelgroßen Beeren.

Klone
Die 22 zugelassenen Klone des Grenache Noir (offizielle Bezeichnung: Grenache N) haben die Nummern 70, 134, 135, 136, 137, 139, 224, 287, 362, 363, 432, 433, 434, 435, 513, 514, 515, 516, 517, 814, 1064 und 1065. Über 360 Klone sind in einem botanischen Konservatorium gesammelt worden, das 1998 an der Rhône eingerichtet wurde.

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