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Rebsortenlexikon : Frankreichs Rebsorten

CARIGNAN
{ Rotwein }

Rotwein

Ursprung
Der Carignan stammt aus Spanien (Aragón), von wo er im 12. Jahrhundert in den Süden Frankreichs gelangte. In der gesamten französischen Mittelmeerzone findet er heute hervorragende Anbaubedingungen.

Aromen
Meistens weisen die Carignan-Weine würzige und reife Fruchtnoten auf (vor allem Backpflaume), auch Aromen von Brombeere oder Schwarzkirsche. Bei Ausbau in Eichenfässern kommen Noten von Toast, gerösteten Mandeln oder Leder hinzu.

Der Weintyp
Der Carignan neigt zu kräftigen Säurewerten und mittlerem Zucker- und Farbgehalt, besonders wenn er hohe Erträge erbringen muss. Bei reduzierten Erträgen fallen die Weine weniger säurebetont und konzentrierter aus, sind also ausgewogener. In diesem Fall sind auch die Tannine weniger hart und pflanzliche Kräuternoten treten zurück. Durch die Anwendung der Kohlensäuremaischung lassen sich diese Risiken gut kontrollieren, denn die Weine werden dadurch noch fruchtbetonter und geschmeidiger. Weine aus alten Reben haben wegen der naturgemäß niedrigeren Erträge oft eine sehr gute Qualität. Man kann aus ihnen kraftvolle und vollmundige Tropfen erzeugen.

Anbauzonen
Der Carignan ist eine typisch mediterrane Rebsorte. In Frankreich trifft man ihn von Nizza bis Perpignan überall an, sogar auf Korsika, wenn auch in geringerem Maße. Als man ihn noch in der Ebene großflächig anpflanzte, waren die Weine weniger interessant als heute, nachdem man die ungeeigneten Anbauflächen gerodet und den Carignan auf besser geeignetes Terroir gebracht hat. Die Anbaufläche des Carignan ist von 210.000 Hektar (1968) auf 73.000 Hektar (2006) zurückgegangen.

Reifeverlauf
Der Carignan gehört als spät reifende Sorte zur dritten Reifeperiode (viereinhalb Wochen nach dem Chasselas, der Referenzsorte). Auch der Austrieb findet verhältnismäßig spät statt (neun Tage nach dem des Chasselas).

Wuchseigenschaften
Der Carignan ist außerordentlich wachstumsstark und muss im Ertrag drastisch beschränkt werden, um gute Qualitäten liefern zu können. Er stellt wenige Ansprüche und ist sehr zuverlässig, sollte jedoch kurz beschnitten werden (Kordonschnitt oder Gobelet), um nicht zu stark zu wachsen. Die Triebe stehen aufrecht. Ältere Rebstöcke (bis 50 Jahre), die weniger Ertrag liefern, tragen sehr gutes Traubenmaterial.

Bodeneigenschaften
Die Böden müssen wasserdurchlässig sein, damit harmonische Weine entstehen. Kalkreiche, wenig saure Böden eignen sich für den Carignan am besten.

Klimatische Anforderungen
Als mediterrane Sorte par excellence fühlt sich der Carignan auf sonnigem, heißem Terrain am wohlsten. Trockenheit macht ihm wenig aus. Deshalb wird er überall am Mittelmeer angebaut, speziell im Languedoc-Roussillon.

Anfälligkeit für Krankheiten
Die Graufäule und die Excoriose (Schwarzfleckenkrankheit) können dem Carignan wenig anhaben. Allerdings ist seine Anfälligkeit für Oidium (Echten Mehltau) auf Blättern und Trauben bekannt, sodass er am besten an trockenen, windigen Standorten gedeiht, wie im Languedoc. Auch Zikadenbefall mag er nicht.

Einsatz
Der Carignan wird ausschließlich zur Weinbereitung verwendet.

Merkmale der Rebe
Am besten erkennt man den Carignan an den stark behaarten Spitzen der jungen Triebe, wobei die Härchen eng anliegen. Im jugendlichen Stadium sind die Blätter leuchtend gelb, während der Austrieb krautig wirkt und rote Streifen aufweist. Ausgewachsene Blätter sind recht groß und fünflappig. Die Stielbucht ist wenig geöffnet oder geschlossen, und die seitlichen Buchten zwischen den Lappen haben eine mittlere Tiefe. Uneben bis zerklüftet zeigt sich die Blattspreite, die eine waffelförmige Struktur aufweist. Die Blattunterseite ist schwach mit eng anliegenden Härchen bedeckt. Trauben und Beeren sind mittelgroß bis groß.

Klone
Die 25 zugelassenen Klone des Carignan (genauere Bezeichnung Carignan N): 6, 7, 8, 9, 62, 63, 64, 65, 66, 90, 151, 152, 153, 171, 178, 179, 270, 271, 272, 273, 274, 275, 276, 505 und 547. Rund 300 Klone sind in einem 1998 eingerichteten botanischen Konservatorium in der Aude gesammelt.

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