Vin de France & Rebsorten

AUF EINEN BLICK
UM WELCHE WEINE GEHT ES?
Grand Wein ohne Worte Weine, Wein aus Frankreich mit erwähnen

Alles über die Rebsorten der Vins de France

Fünf Fragen an Jean-Michel Boursiquot

Rebtechnisches Institut beim IFV, Dozent und Wissenschaftler an der Agrarwissenschaftlichen Hochschule Montpellier.

Warum sind die französischen Rebsorten trotz des Globalisierungstrends im Weinbau immer noch so erfolgreich?

Weil die französischen Rebsorten wie Chardonnay oder Cabernet Sauvignon schon seit langem ihre große Anpassungsfähigkeit beweisen und auf der ganzen Welt immer mehr Freunde unter den Konsumenten gewinnen. Der Erfolg liegt auch in der großen Tradition des Weinhandels begründet, der seit Jahrhunderten französische Weine und Rebsorten in alle Welt gebracht hat. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts haben wissenschaftliche Erkenntnisse unser Wissen um die Rebsorten und ihre Verbreitung vertieft. Man kann sagen, dass der Geschmack der Konsumenten und Weinliebhaber auf der ganzen Welt von den französischen Rebsorten geprägt ist.

Gelten also die französischen Rebsorten als Geschmacksvorbilder? Wenn ja, warum ist das so?

 Yes, the French grape varieties and the French wines made from them are the standard bearers around the world. In addition to the historical aspects and France’s technological know-how, these wines offer rich aroma, finesse, and elegance, as well as a certain power, enabling the wines to be aged in oak barrels to make them more complex. However, the real interest of the French grape varieties produced in France is the fact that they grow in extremely diverse, high quality soils, not to mention the advantageous climates ideally located around the 45th parallel. These climates vary from one year to the next, making the wines more interesting.

Welche Aufgabe hat Ihr Institut hinsichtlich der kontinuierlichen Verbesserung der französischen Rebsorten? 

Das IFV muss die fortwährende Selektion der einzelnen Sorten gewährleisten, um den Winzern fehlerlose und möglichst krankheitsresistente Rebpflanzen zur Verfügung stellen zu können. Man spricht hierbei von Klonen. Optimal an den spezifischen Standort angepasste Klone gewährleisten eine lange Lebensdauer. Aber unsere Aufgabe ist es auch, Klone anzubieten, deren Potenzial etwa hinsichtlich des Ertrags, der Zuckerbildung oder der Farbintensität genau bekannt ist. So kann der Erzeuger den Klon auswählen, der zu seinen Zielen am besten passt. Will er einen leichten, fruchtbetonten Wein oder lieber einen komplexen, ausdrucksvollen Lagerwein erzeugen?

Wozu dienen die vom IFV eingerichteten botanischen Konservatorium? 

Sie sind ein wichtiger strategischer Faktor im französischen Weinbau, eine Art lebendes Gedächtnis der unglaublichen biologischen Vielfalt der französischen Rebsorten. Heute ist alles sehr schnelllebig, die Ernährungsgewohnheiten, Vorlieben und Moden wandeln sich rasch. Bestimmte Rebsorten und ihre Eigenschaften sind zurzeit stark gefragt: dichte Farbe, vielschichtiges Aromenspiel und so weiter. Aber welchen Weintyp will der Verbraucher von morgen? Wenn wir die Biodiversität der Rebsorten erhalten, können wir uns schneller auf eine mögliche zukünftige Nachfrage einstellen, etwa indem wir eine neue Generation von Klonen erzeugen oder alte Klone den neuen Bedürfnissen anpassen. Unsere 120 Konservatorien in allen Weinregionen umfassen heute ungefähr 30.000 Klone – das komplette Rebsortengedächtnis Frankreichs!

Welche Rebsorten sind besonders viel versprechend – in Frankreich und der Welt?

Vor 40 Jahren hätte niemand auf den internationalen Erfolg des Merlot gewettet. Erst seit 20 Jahren wird der Syrah weltweit beachtet. Natürlich ist die Zukunft schwer vorherzusagen. Aber oft haben ehrgeizige, visionäre und leidenschaftliche Erzeuger mit innovativen Weinen und nicht selten mit Hilfe der Medien eine breite Nachfrage für die eine oder andere Rebsorte generiert. Man muss dazu sagen, dass meistens französische Rebsorten davon profitiert haben. Nehmen Sie den Sauvignon Blanc: Er verdankt sein „Relaunch“ den Winzern in Neuseeland. Heute begeistern sich Winzer für den Chenin Blanc, den Viognier, die Roussanne oder den Tannat ... Vielleicht sind das die Merlots und Chardonnays oder Syrahs des 21. Jahrhunderts!

 

Institut Français de la Vigne et du Vin: technischer Fortschritt und Know-how rund um den französischen Weinbau

Das Französische Institut für Rebe und Weinbau (Institut Français de la Vigne et du Vin, IFV) ist die französische Referenzinstitution für alle technischen Fragen rund um den Weinbau und steht der gesamten Weinbranche zur Verfügung. Zu seinen Aufgaben gehören die Klonselektion der Rebsorten sowie die stetige Entwicklung von Techniken und Verfahren für einen nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Weinbau. Auch die Beobachtung und Auswertung globaler Tendenzen und Entwicklungen des Weinmarktes ist eine wichtige Funktion des Instituts.  

 Das wissenschaftlich-technische Institut „Rebe und Terroir“

Die Erforschung und Entwicklung nachhaltiger und zugleich wettbewerbsfähiger Weinbaupraktiken gehört zu den Kernkompetenzen des IFV. Dazu zählen die Erforschung der biologischen Bewirtschaftung, die Reduzierung chemischer Substanzen durch Entwicklung alternativer Techniken und die nachhaltige Bodenbewirtschaftung. Die ganzheitliche Einbindung der Weinbauflächen in die Kulturlandschaft ihrer Regionen soll gefördert werden. Ein anderes Tätigkeitsfeld des IFV ist die Bekämpfung von Krankheiten der holzigen Teile der Pflanze. 

Das wissenschaftlich-technische Institut  „Pflanzenmaterial“

In Zusammenarbeit mit 34 Partnerorganisationen in allen französischen Weinbauregionen strebt das IFV die Verbesserung und Selektion der Rebsortenvarietäten an. Das schließt die Entwicklung krankheitsresistenter oder -toleranter Klone ein. Auch Klone, die sich den klimatischen Veränderungen besser anpassen können, werden entwickelt. Die genetischen Informationen werden in Konservatorien gesammelt und durch das IFV verbreitet. Das IFV ist Eigentümer der Marke ENTAV-INRA®.

Das wissenschaftlich-technische Institut  „Wein und Markt“

Dieses Institut soll das IFV in die Lage versetzen, sich schnell den ständig im Wandel befindlichen globalen Märkten und Konsumgewohnheiten anzupassen. Zu seinen Aufgaben gehören die Entwicklung innovativer Technologien sowie önologischer Materialien und Verpackungen, die Reduzierung chemischer Substanzen in der Kellerwirtschaft, das Wassermanagement im Weinbau, aber auch mikrobiologische Forschung, Hygiene und Stabilisierung. Weiterhin kümmert sich das IFV in enger Zusammenarbeit mit der Branche um Themen der Nahrungsmittelsicherheit und der gesundheitlichen Aspekte des Weingenusses.

Das IFV ist in verschiedene französische Kompetenzzentren eingebunden und hat einen aus 40 weltweit anerkannten Experten zusammengesetzten wissenschaftlich-technischen Beirat. Diese Experten arbeiten international vernetzt. Die Ergebnisse werden standardmäßig publiziert, gehen aber auch per Wissenstransfer direkt an die Unternehmen und sind im Internet zugänglich. Mehr Informationen: www.vignevin.com

 

 

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